Serie: Metagate
Jahr: 2023
Fraktion: Predacons
Vorwort: Beast Wars wird dieses Jahr Dreißig und es sei Euch verziehen, wenn Ihr das bisher nicht gemerkt haben solltet, da weder Hasbro noch Takara groß was tun, um das zu feiern. Man hätte ja zum Beispiel mal die fehlenden Staffel 1 Charaktere als Masterpieces rausbringen können? Nein? Okay, dann müssen wir wohl weiter zu Third Party Alternativen greifen, zum Beispiel Air King von Metagate, der Masterpiece Terrorsaur, den Takara nicht rausbringen will. Also, alle zusammen: TERRORIZZZZZE!
Robotermodus: Fangen wir damit an, dass von all den diversen Spielzeugversionen von Terrorsaur, die ich kenne, Air King am meisten danach aussieht, als wäre er direkt aus dem TV Bildschirm gesprungen (eines 90er Jahre Röhrenfernsehers natürlich). Zwei Dinge begünstigen das besonders: erstens, die Silhouette. TV Terrorsaur hatte nie die großen Flügel auf dem Rücken, die die meisten seiner Spielzeugversionen haben. Air King hat lediglich die zwei kleinen Flügel-Dinger an den Schultern (die nicht Teil der Biestmodus Flügel werden), die eigentlichen Flügel sind Teil von Torso und Beinen. Und zweitens, der Anstrich, ein wunderbar dunkles, schimmerndes Rot auf einer Schuppen-Oberfläche. Einfach sehr schön gemacht.
Wer nur seine recht kleine Beast Wars Figur kennt, der käme vielleicht nicht darauf, dass Terrorsaur in der TV Serie zu den größten Predacons zählte. Nach dem Abgang von Dinobot war er nach Megatron sogar der Größte der Gruppe. Somit ist auch diese Figur hier recht groß, so etwa Leader-Klasse Größe, und dank einiger Metallteile fühlt sie sich auch schwer und solide an. Die Beweglichkeit ist insgesamt sehr gut, er hat sogar Fußgelenke, auch wenn deren Spielraum recht klein ist. Nur die Hände sind ein wenig komisch, der Daumen lässt sich nur seitlich ausklappen. Keine große Sache, aber etwas gewöhnungsbedürftig.
Terrorsaur zeigte in der TV Serie so einige unterschiedliche Waffen und sie sind auch hier alle dabei. Als erstes natürlich die kleine Pistole, die er meistens verwendete und die auch bei den meisten Spielzeugversionen dabei ist. Dann hat er in irgendeiner Folge auch mal ein großes Gewehr dabei, weiß nur leider nicht in welcher. Und schließlich zeigte er öfter auch mal Schulterkanonen, die wir hier ebenso sehen. Diese kann man von den Schultern abnehmen und als Handwaffen nutzen oder alternativ zu einer größeren, Bazooka-artigen Wumme zusammenstecken. Air King hat außerdem einen Ständer in petto, der zwar eher für den Biestmodus gedacht ist, aber auch ermöglicht den Roboter in Flugposen zu bringen.
Für mich der einzige Makel an diesem ansonsten exzellenten Robotermodus ist der Kopf, oder besser gesagt der Hals. Der Rest der Figur ist wunderbar bemalt, aber der Kopf sitzt auf einem unbemalten weißen Stift auf, der außerdem noch einen Tick zu lang ist, so dass man das auch ziemlich deutlich sieht. Air King hat außerdem drei verschiedene, austauschbare Gesichter dabei (ernst, wütend, grinsend). Die sehen grundsätzlich gut aus, sind aber auch größtenteils weiß, was so ein wenig die Tiefe vermissen lässt. Klar, Terrorsaur hat auch in der Serie ein weißes Gesicht, aber vielleicht hätte hier ein heller Grauton oder ein paar Linien für etwas mehr Kontrast gesorgt.
Somit unterm Strich für den Robotermodus: größtenteils exzellent, näher waren wir an dem Charakter vom Bildschirm noch nie dran, nur Hals und die Gesichter haben noch etwas Luft nach oben.
Biestmodus: Air King transformiert sich in einen mehr oder weniger organisch aussehenden Pteranodon, einen Flugsaurier. Und jetzt gut aufpassen, Kinder: in den 1990ern dachten wir alle noch, dass Dinosaurier Schuppen hatten anstatt Federn oder Fell. Deswegen ist Air King auch in diesem Modus recht schuppig (und hat auch sonst jetzt nicht so viel Ähnlichkeit mit einem echten Pteranodon). Die Transformation in den Biestmodus ist komplex, aber nicht sonderlich schwierig. Beim ersten Mal rate ich die Anleitung parat zu haben, denn wirklich intuitiv ist die Verwandlung nicht, aber nach dem zweiten Mal spätestens hat man es denke ich drauf.
Der fertige Flugsaurier sieht dem TV Vorbild verdammt ähnlich. Der einzige wirkliche Unterschied ist, dass TV Terrorsaur auf der Brust so einen gräulichen Schuppenstreifen hatte, während Air Kind hier mehr glänzend silberne Panzerplatten aufzuweisen scheint. Ansonsten aber eine sehr gelungene Abbildung, inklusive der (eher anachronistischen) Zähne im Schnabel. Steckt man ihn auf seinen Ständer, dann wirkt Air King sehr majestätisch, wie er so über den Beast Wars Planeten hinweggleitet.
Leider gibt es für den Biestmodus einige Abstriche in punkto Beweglichkeit. Die Flügel entstehen aus den Beinen und Teilen des Torsos und lediglich die Flügelspitzen sind ein wenig beweglich (siehe Bild 18 in der Galerie), der Rest ist starr. Der Kopf kann sich drehen und der Schnabel sich öffnen, aber die Hinterbeine können nur leicht gebeugt werden, weil da so ein graues Teil zwischen ihnen steckt. Die Füße sind schön detailliert und grundsätzlich sehr beweglich, inklusive einer separat beweglichen Hinterklaue, aber gerade mal solide genug, dass Air King im Biestmodus kerzengerade auf ihnen stehen kann, mehr ist nicht drin.
Somit unterm Strich für den Biestmodus: exzellenter Look, aber auf Kosten der Beweglichkeit. Wäre schön, wenn wir zumindest ein wenig mehr Flatter-Action bekommen hätten.
Bemerkungen: Terrorsaur war Teil der ursprünglichen Besatzung der Darksyde und flog in der ersten Staffel von Beast Wars mit den anderen Predacons durch die Zeit auf die altertümliche Erde. Er war mehr oder weniger der Starscream der Gruppe, ein arroganter Flieger, der immer wieder mal versuchte, seinen Anführer Megatron zu entthronen, was ihm aber nie so wirklich gelang. Dann starb er recht unspektakulär am Beginn der zweiten Staffel, weil die Fans halt Waspinator mehr mochten als ihn. Aber geben wir es offen zu: kein anderer Predacon hat „TERRORIZE!“ mit mehr Enthusiasmus gebrüllt als er.
Air King ist Metagates erster Vorstoß in die Welt von Beast Wars und größtenteils haben sie einen sehr guten Job gemacht, finde ich. Air King könnte einen besseren Hals gebrauchen (zumindest einen, der nicht wie ein weißer Stock aussieht) und die Gesichter hätten noch einen Tick mehr Liebe gebraucht, aber ansonsten bin ich sehr zufrieden. Bewegliche Flügel im Biestmodus wären das Sahnehäubchen gewesen, aber man kann halt nicht alles haben. Bis also Takara sich endlich dazu durchringt, einen offiziellen Masterpiece Terrorsaur zu veröffentlichen (wenn überhaupt), ist Air King für den Beast Wars Masterpiece Sammler die erste Wahl.
Gesamtnote: 2
Bildergalerie:
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